Was bedeutet proportionales/modifiziert proportionales Wahlverfahren?

 

Das proportionale Wahlverfahren sorgt dafür, das aus jedem Wahlbezirk so viele Pfarreiratsmitglieder gewählt werden, dass sich in dem Gremium die Wahlbezirksgrößen anhand der Anzahl der Gewählten wiederfinden lassen.

Beim modifiziert proportionalen Wahlverfahren wird die Anzahl der zu wählenden Mitglieder nicht strikt nach der Zahl der in dem jeweiligen Wahlbezirk ansässigen Gemeindemitglieder ermittelt, sondern vom Pfarreirat unter Berücksichtigung ortsspezifischer Kriterien berechnet.

Beispiel 1 (proportional):
Drei von der Anzahl der Katholiken sehr unterschiedliche Wahlbezirke (entsprechend den ehemals selbstständigen Pfarrgemeinden), die Anzahl der Sitze für den jeweiligen Wahlbezirk im Pfarreirat entspricht dem Verhältnis der Anzahl der Katholiken im Wahlbezirk zur Gesamtzahl der Katholiken in der Pfarrei.
Wahlbezirk A (2.900 Katholiken) - drei Sitze
Wahlbezirk B (4.900 Katholiken) - fünf Sitze
Wahlbezirk C (3.850 Katholiken  - vier Sitze
Der Wahlzettel hat drei Spalten, in denen die Kandidaten der jeweiligen Wahlbezirke in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt sind. Jeder Wahlberechtigte kann allen Kandidaten  seine Stimmen geben, unabhängig von Wahlbezirken.
Gewählt sind in Spalte A die drei Kandidaten mit den meisten Stimmen, in Spalte B die fünf Kandidaten mit den meisten Stimmen, in Spalte C die vier Kandidaten mit den meisten Stimmen.

Beispiel 2 (modifiziert proportional):
Vier von der Anzahl der Katholiken sehr unterschiedliche Wahlbezirke (entsprechend den ehemals selbstständigen Pfarrgemeinden), die Anzahl der Sitze für den jeweiligen Wahlbezirk im Pfarreirat entspricht dem Verhältnis der Anzahl der Katholiken im Wahlbezirk zur Gesamtzahl der Katholiken in der Pfarrei unter Berücksichtigung ortsspezifischer Kriterien (Wahlbezirk 1: wenige Personen bereit sich zu engagieren; Wahlbezirk 4: kleinste, aber lebendige Gemeinde, viele Engagierte mit gutem Blick für die Pfarrei).
Wahlbezirk A (6.000 Katholiken) - sechs Sitze modifiziert: Fünf Sitze
Wahlbezirk B (3250 Katholiken)  - drei Sitze
Wahlbezirk C (2.000 Katholiken) - zwei Sitze
Wahlbezirk D (1.000 Katholiken) - ein Sitz modifiziert: Zwei Sitze
Der Wahlzettel hat vier Spalten, in denen die Kandidaten der jeweiligen Wahlbezirke in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt sind. Jeder Wahlberechtigte kann allen Kandidaten  seine Stimmen geben, unabhängig von Wahlbezirken.
Gewählt sind in Spalte A die fünf Kandidaten mit den meisten Stimmen, in Spalte B die drei Kandidaten mit den meisten Stimmen, usw.